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„Hau ab du Angst“ - Theaterstück zur Prävention sexualisierter Gewalt

„Als im Jahr 2000 die ersten Aufführungen des Theaterstückes ‚Hau ab, du Angst‘ in Dresden stattfanden, war das Thema Prävention sexuellen Missbrauchs für viele neu. Es gab Vorbehalte, ob man Kinder mit diesem schwierigen Thema konfrontieren sollte. Inzwischen sind die Theaterveranstaltungen schon Monate im Voraus ausgebucht, weil viele Dresdner Schulen dieses und andere Angebote unserer Fachstelle gern nutzen“, konstatiert Heike Mann, Leiterin der AWO Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen „Shukura“.

Christiane Hentschker-Bringt, Mitarbeiterin der AWO Fachstelle: „Sorgen und Ängste von Eltern sind berechtigt und es ist nachvollziehbar, dass sie ihre Kinder besonders vor dem Fremden, der ein Kind mitnehmen und ihm Böses antun könnte, warnen. Tatsächlich verhält es sich aber so, dass die meisten Täterinnen und Täter aus dem nahen Umfeld der betroffenen Mädchen und Jungen kommen. Es können der Onkel, die hilfsbereite Nachbarin, der engagierte Jugendtrainer oder die Heilerziehungspflegerin sein. Allein der Gedanke, dass Personen, denen man vertraut, das Vertrauen ausnutzen und Kinder missbrauchen, ist für viele Menschen kaum auszuhalten. Doch viele Kinder und Jugendliche erleiden sexualisierte Gewalt durch Männer und Frauen, die ihnen nahestehen und die für sie sorgen sollen.“

Die AWO Fachstelle „Shukura“ ermutigt seit zwanzig Jahren Mädchen und Jungen über Projekttage und Theaterveranstaltungen, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen. Dafür stehen Botschaften wie „Du hast das Recht, über deinen Körper zu entscheiden.“, „Du darfst schlechte Geheimnisse weitersagen.“, „Du darfst dir Hilfe holen.“ Dabei werden sie alters- und entwicklungsentsprechend über sexualisierte Gewalt informiert. Doch die Verantwortung für den Schutz vor sexualisierter Gewalt liegt bei den Erwachsenen. Informierte und engagierte Erwachsene, die Mädchen und Jungen zuhören und in der Lage sind, sexuellen Missbrauch zu erkennen, können Kinder unterstützen. Deshalb sind alle Veranstaltungen für Mädchen und Jungen mit Angeboten für Eltern, Großeltern, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe oder Lehrkräfte verknüpft.

So gibt es auch in diesem Jahr neben den sechs Aufführungen des Theaterstückes „Hau ab, du Angst“ für Kinder eine Aufführung für Erwachsene. Sie werden die Bekanntschaft von Lotte, einer verwunschenen Prinzessin, und einem fahrenden Musikanten machen, eine Nachrichtensendung jenseits neuer und alter Medien erleben und dem „Grabbelfinger“ begegnen. „Hau ab, du Angst“ ist ein lebendiges und freudvolles Theaterstück mit dem Anliegen, Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Wie für alle Kinder findet auch für die Erwachsenen eine Nachbesprechung des Stückes statt. Dabei erhalten sie vielfältige Informationen, auch darüber, was sie tun können, um Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. „Denn Prävention ist in erster Linie eine Erziehungshaltung, die im Alltag zum Ausdruck kommt. Wenn Kinder und Jugendliche zu Hause, in Kita und Schule erleben, dass sie bei Alltagsentscheidungen mitbestimmen dürfen, dass ihr „Nein“ gehört wird und sie Hilfe bekommen, auch dann, wenn sie meinen einen Fehler gemacht zu haben, dann werden sie eher in der Lage sein, sich im Fall sexualisierter Gewalt Unterstützung zu holen“, so Christiane Hentschker-Bringt.

Zum Stück „Hau ab, du Angst“ - Theater zur Prävention sexuellen Missbrauchs für Klassen 2 - 4

Erzählt wird die Geschichte von Lotte. Sie möchte wie jedes Jahr ihre Ferien bei ihrem Onkel, dem berühmten und geachteten Ritter Doppelherz, verbringen. Zu Besuch ist auch ein alter Freund des Onkels, Walter von der Vogelkacke. Eines Nachts erhält Lotte unheimlichen Besuch. Als sie Onkel Doppelherz davon erzählt, erklärt der ihr, dass das ein Traum gewesen sein muss, die Burg ist vor Eindringlingen geschützt. Zum Glück lebt im Burgbrunnen Madame Frosch, eine verwunschene Prinzessin. Gemeinsam entwickeln sie einen Plan ...

„Hau ab du Angst“ greift auf lustige, spannende und ermutigende Weise das Recht auf eigene Gefühle und den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen auf. Die jungen Zuschauer/innen erfahren, dass sie Grenzen setzten dürfen und wie man Hilfe finden kann, wenn das Recht auf den eigenen Körper verletzt wurde. Das Theaterstück wird für jede Klasse im Rahmen von zwei Unterrichtsstunden durch die AWO Fachstelle „Shukura“ nachbereitet.

Eltern und andere Interessierte sind herzlich eingeladen zur Aufführung des Theaterstückes am 5. November 2019, 20 Uhr im Projekttheater Dresden. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit den Mitarbeiterinnen der AWO Fachstelle „Shukura“ und den Schauspielern des Musiktheaters Springinsfeld ins Gespräch zu kommen.

Karten: 5 €/Person an der Abendkasse

Die Aufführung des Theaterstückes „Hau ab, du Angst“ wird unterstützt durch die Freimaurerinnenloge „Momentum“ e. V., Sägeling Medizintechnik Service- und Vertriebs GmbH, Softwarebüro Renner GmbH, IPROconsult GmbH und Mitglieder der SPD Landtagsfraktion Sachsen.

www.awo-in-sachsen.de/shukura

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