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AWO Fachstelle "Shukura" drängt auf mehr Engagement für Kinderschutz

Die AWO Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche „Shukura“ in Dresden verzeichnet in der Coronapandemie einen starken Anstieg von Beratungsanfragen und Fallanfragen zu Kindeswohlgefährdung. Die Auswirkungen sind gravierend, so die Einschätzung der Fachstellenleiterin Heike Mann: „Seit Ende des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr steht das Telefon nicht mehr still. Beständig steigen die Anfragen zu Fall- und Fachberatungen, besonders zur Gefährdungseinschätzung im Kontext von Kindeswohlgefährdung. Im Vergleich zu 2019 registrierte die Fachstelle 2020 einen Anstieg um 49,6 Prozent.

Kindeswohlgefährdung ist für viele Kinder und Jugendliche Alltag. Die Dunkelziffer ist hoch. Die Pandemie verschärft die Situation insbesondere während des Homeschoolings zusätzlich. Kinder und Jugendliche haben oft keine Möglichkeit, persönlich mit anderen in den Austausch zu treten und die Unterstützung von Vertrauenspersonen in Schulen und Einrichtungen für ihre Sorgen, Belastungen und Notlagen zu suchen.

Digitales Präventionsangebot entwickelt

Weil Kinderschutz auch unter den gegenwärtigen Bedingungen eine wichtige und gesetzlich verankerte Aufgabe unserer Gesellschaft ist und das Team der Fachstelle „Shukura“ dem mit verschiedenen Angeboten Rechnung trägt, wurde ein neues, digitales Präventionsangebot entwickelt und erprobt. Das digitale Präventionsprogramm kann sowohl im eingeschränkten Regelbetrieb von Schulen und Hort, als auch im Homeschooling durchgeführt werden. In dem 90-minütigen Angebot lernen Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen nicht nur ihre Kinderrechte, wie zum Beispiel das Recht auf den eigenen Körper und auf Unterstützung kennen. Ihnen wird auch kindgerecht Wissen darüber vermittelt, was Kinder tun können, wenn ihre Rechte verletzt werden. Dabei werden realistische Handlungsstrategien für Kinder erarbeitet und ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

Das digitale Präventionsprogramm trifft gerade in der aktuellen, von Planungsunsicherheit geprägten, Zeit in Schulen und Horten auf großes Interesse. Die AWO Fachstelle „Shukura“ könnte deutlich mehr Anfragen bedienen, wenn die dafür erforderlichen personellen Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Dann könnte auch das bereits lange geplante Präventionsprogramm „Ben & Stella wissen Bescheid“ für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Dresden etabliert werden.
Derzeit fördert das Jugendamt der Landeshauptstadt Dresden die Fachstelle mit 130 Wochenstunden. Das sind drei Vollzeitstellen und eine Teilzeitstelle. Ohne die Erweiterung der personellen Kapazitäten werden auch zukünftig viele Anfragen nicht bedient werden können oder auf einer Warteliste landen. Am Gründonnerstag tagt der Jugendhilfeausschuss. Dort wird über die Förderung der Angebote der Kinder- und Jugendhilfe entschieden. Für den Schutz von Kindern und Jugendlichen müssen gerade unter den Bedingungen der Pandemie die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, sagt Heike Mann, Leiterin der AWO Fachstelle „Shukura“, denn: „Kinder und Jugendliche haben gerade jetzt einen Anspruch auf Unterstützung.“

Hintergrund
Die Fachstelle „Shukura“ der AWO Kinder- und Jugendhilfe gemeinnützige GmbH ist seit 1999 als spezialisiertes Angebot zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Dresden tätig ist. In verschiedenen Präventionsangeboten arbeitet die Fachstelle mit Dresdner Schülerinnen und Schülern von der 2. bis zur 11. Klasse. Dazu zählen Theaterprojekte, als auch ganztägige Präventionsprogramme in Schulklassen der Stufen drei bis sechs. Thematisiert werden hier neben sexualisierter Gewalt und Grenzüberschreitungen vor allem Kinderrechte und was Kinder tun können, wenn diese verletzt werden. Mit diesen Angeboten konnten in den vergangenen zwei Jahre insgesamt 2029 Kinder und Jugendliche erreicht werden. Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehören Elternarbeit und die Kooperation mit pädagogischen Fachkräften zu den wichtigsten Arbeitsschwerpunkten der Fachstelle. Letztere erhalten bei "Shukura" neben Fortbildungen auch Fall- und Fachberatungen im Kontext sexualisierter Gewalt.

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